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Als Magaret Carroux "Der Herr der Ringe 1969 ins Deutsche übersetzte,
fand dies in enger Zusammenarbeit mit Tolkien statt. Sie versuchte den Stil Tolkiens
einzufangen und die gleiche Stimmung wie im Original zu erzeugen. Die manchmal
altertümlich anmutende Wortwahl wirkt daher nicht immer flüssig und
gewöhnungsbedürftig. Vor zwei Jahren brachte nun der Klett-Cotta-Verlag
eine neue Übersetzung des "Herrn der Ringe" heraus. Ein Grund für
diesen Schritt war sicher dieser sprachlich leicht angestaubte, über 30 Jahre
alte Text von Margaret Carroux selbst. Ein weiterer Grund mag aber auch das Erscheinen
der Filme zum Buch gewesen sein, die aller Erwartung nach wieder mehr junge Menschen
für den "Herrn der Ringe" begeistern würden und alleine deshalb
eine neue Ausgabe in modernisierter Übersetzung rechtfertigten. Wolfgang
Krege, der 1998 schon den "Hobbit" ins Deutsche übertragen hatte,
kritisierte, daß die alte Übersetzung von Margaret Carroux vom "Ausdruck
her ein wenig blasser" als das Original sei. Sein Ziel war es, mehr "Farbe,
Tempo, Kontraste" hineinzubringen.
 |  | Als
die Neuübersetzung von Der Herr der Ringe im Herbst 2000 in einer
Erstauflage von 50.000 erschien, war die Resonanz alles andere als einheitlich.
Während die einen meinten, Kreges Übersetzung werde dem Original in
jedem Fall besser gerecht, sie sei respektlos und phantasievoll gegen den Strich
gebürstet, gingen gerade die Tolkien-Fans auf die Barrikaden. |
Tatsächlich aber sind es wohl die von Krege vorgenommenen sprachlichen
Modernisierungen, die den Fans der Carroux-Übersetzung am schärfsten
ins Auge stechen. Da halten plötzlich Wörter wie Firma und
Logo Einzug in die Welt Mittelerdes. Aus dem Herrn Frodo
wird schlicht der Chef. Aus Gast- und Wirtshäusern werden Wirtshäuser
und Imbissstuben. Aus Herrn "Butterblume" - "Herr "Butterblüm",
und aus der Familie "Hüttinger" - "Kattun". Und auch
die Sprache, so die Gegner, sei viel zu trendy, zudem in wenigen Jahren wieder
veraltet. Derzeit sind beide Übersetzungen erhältlich: die Übersetzung
von Magaret Carroux als Hardcover, die neuere in einer kartonierten Ausgabe. | |